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Biographie |
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| 1808 | geboren in Hamburg als Ältester von sieben
Geschwistern. Seine Familie lebte in einfachen
Verhältnissen. Sein Vater hatte sich vom einfachen
Schreiber zum vereideten Übersetzer emporgearbeitet.
Wichern teilte mit seinem Vater die Liebe zur Musik |
Eltern aus einfachen Verhältnissen |
|---|---|---|
| 1818 | ging auf das Johanneum | |
| 1823 | sein Vater starb. Wichern mußte sich um den Lebensunterhalt seiner Familie kümmern. Dazu verdiente er Geld mit Privatstunden |
sorgte für die Familie |
| 1826 | mußte er vorzeitig das Johanneum verlassen
Abgangszeugnis: "reger Eifer für alle Gebiete der Wissenschaft und ausdauernder Fleiß" wurde Erzieher an einer privaten Internatsschule Er belegte nebenbei Vorlesungen am sogenannten Akademischen Gymnasium und machte schließlich das Abitur nach |
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| 1828-31 |
studierte in Göttingen und Berlin Theologie
(Stipendien);
wichtige Lehrer: Friedrich Lücke, August Neander, Friedrich Schleiermacher in Berlin Begegnung mit:
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Begegnung mit Betreiber einer Beschäftigungsanstalt Gefängnisreformer |
| 1832 | Rückkehr nach Hamburg
wurde Lehrer an einer Sonntagsschule und trat einem Besuchsverein bei, der die Eltern der Kinder dort zu Hause besuchte. Dabei erkannte er: die Kinder müssen aus dieser Umgebung heraus beschließt den Bau eines Rettungshauses in Hamburg (es gab bereits Vorbilder in Beuggen und Düsseldorf) |
Besuchsverein |
| 1833 | Gründung des Rauhen Hauses
Reetdach-Kate mit Teich, viel freies Gelände darum herum bis zum Jahresende zusätzlich zu seiner Familie bereits 12 Kinder Neubau von Häusern mit familienähnlichen Strukturen später Werkstätten und Betsaal ("Gebet und Arbeit sind unlöslich verbunden.") |
Rauhes Haus |
| ab 1839 | intensive Ausbildung von Gehilfen ("Brüdern")
Vorstufe zur Diakonenausbildung |
Diakonenausbildung |
| ab 1842 | eigene Druckerei Agentur des Rauhen Hauses | |
| ab 1846 | Gründung einer Brüderschaft; Zusammenleben in einem Kandidatenkonvikt | |
| 1848 | Kirchenversammlung in Wittenberg zur Vereinigung der
Landeskirchenwichtigste Rede zur Gründung des
Central-Ausschusses für Innere Mission, der sich am
11.11.1848 konstituierte
Es folgen weitere Vereine für Innere Mission im Rheinland und in Baden (10.10.1849) |
Innere Mission |
| 1857 | Berufung Wicherns zum evangelischen Oberkirchenrat in Berlin | |
| 1864 | (Kriege): Bestimmung und Ausbildung von Diakonen für die Felddiakonie | |
| 1866 | ||
| 1870 | ||
| 1874 | Entlassung aus dem Staatsdienst | |
| 1881 | gestorben an einem Schlaganfall in Hamburg-Hamm | |
| Wichern leistete mit großem persönlichen Einsatz Pionierarbeit auf den Gebieten der heutigen Diakonie (Rauhes Haus, Innere Mission). Er etablierte das Prinzip der "rettenden Liebe" als Grundprinzip sozialfürsorglichen Handelns der Kirche. Da er das Elend zu jener Zeit als eine Fehlentwicklung ansah, war er bestrebt, das Alte wiederherzustellen. Zwar erkannte er kirchlichen Handlungsbedarf mit seinen Programmen der Inneren Mission, aber gegenüber notwendigen gesellschaftspolitischen Reform war auch er verschlossen. Auch war er durch reaktionäre Kräfte in der Kirche daran gehindert, zukunftsweisende Programme wie die Assoziation der Hilfsbedürftigen in die Tat umzusetzen. |
| Wichern | Marx | |
|---|---|---|
| Verhältnis zur bestehenden Gesellschaftsordnung | ist grundsätzlich gut und nicht in Frage zu stellen | Gesellschaft ist geprägt durch den Klassengegensatz und wird sich überleben |
| Industrialisierung | hat einzelne Entartungen hervorgebracht, die es zu bekämpfen gilt | hat eine irreversible Veränderung der gesamten Gesellschaft gebracht. |
| Ursachen des Elends | Entchristlichung der Welt | bourgeoise Produktionsmethode |
| Maßnahmen | Innere Mission
Prinzip der "rettenden Liebe" |
Verstaatlichung von Privateigentum etc. |
| Ziel | Wiederherstellung der alten Ordnung | klassenlose Gesellschaft
Revolution |
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© Andreas Schmidt 1997/99
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