Johannes Paul II. am 6. März 1982:

Der Fortbestand Israels (wo doch so viele Völker des Altertums spurlos verschwunden sind) ist eine historische Tatsache und ein Zeichen im Plan Gottes, das Deutung erheischt. Auf jeden Fall muß man sich von der traditionellen Auffassung frei machen, wonach Israel ein bestraftes Volk ist, aufgespart als lebendes Argument für die christliche Apologetik. Es bleibt das auserwählte Volk, der gute Ölbaum, in den die Heiden als wilde Schößlinge eingepropft sind. [...]

Man wird in Erinnerung rufen, wie negativ die Bilanz der Beziehungen zwischen Juden und Christen während zwei Jahrtausenden gewesen ist. Man wird herausstellen, von wie großer ununterbrochener geistiger Schöpferkraft diese Fortdauer Israels begleitet ist - in der rabbinischen Epoche, im Mittelalter und in der Neuzeit -, ausgehend von einem Erbe, das wir lange gemeinsam hatten, und zwar so sehr gemeinsam, daß "der Glaube und das religiöse Leben des jüdischen Volkes, wie noch jetzt bekannt und gelebt werden [...], dazu beitragen [können], bestimmte Aspekte des Lebens der Kirche besser zu verstehen."


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Andreas Schmidt,
eMail: Andreas.P.Schmidt@gmx.de

Letzte Änderung: 12.11.1999