Impressum| Kontakt
Aktuelles| Leben| Werk| Materialien| Organisationen| Weiterführendes| Forum
Werk
› Kurze Übersicht über Bubers Werk › Werkausgaben › Kommentierte Bibliographie › Aus dem philosophischen und theologischen Werk › Aus den Erzählungen der Chassidim › Aus der Verdeutschung der Schrift › Fragmente über Offenbarung › Preisrede anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 1953 › Neue Bücher von/über Buber
(Libri)
›Gebrauchte Bücher von Buber
(Booklooker)
› Bücher von Martin Buber (Abebooks)
› Bücher über Martin Buber (Abebooks)
› Bücher bei EBay
Buber.de
› English edition › Christlich-jüdische Verständigung › Texte und Materialien zum Christentum › Unterrichtsmaterialien zur Oberstufenreligion
Validation
Validate the XHTML and CSS of this page.

Abschnitte aus Bubers Verdeutschung der Schrift


Die priesterschriftliche Schöpfungsgeschichte

Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.

Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal.
Finsternis über Urwirbels Antlitz.
Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser.
Gott sprach: Licht werde! Licht ward.Gott sah das Licht: daß es gut ist.
Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis.
Gott rief dem Licht: Tag! und der Finsternis rief er: Nacht!
Abend ward und Morgen ward: Ein Tag.

Gott sprach:
Gewölb werde inmitten der Wasser
und sei Scheide von Wasser und Wasser!
Gott machte das Gewölb
und schied zwischen dem Wasser,
das unterhalb des Gewölbs war
und dem Wasser, das oberhalb des Gewölbs war.
Es ward so.
Dem Gewölb rief Gott: Himmel!
Abend ward und Morgen ward: zweiter Tag.

Gott sprach:
Das Wasser unterm Himmel staue sich an einem Ort,
und das Trockne lasse sich sehn!
Es ward so.
Dem Trocknen rief Gott: Erde!
und der Stauung der Wasser rief er: Meere!
Gott sah, daß es gut ist.
Gott sprach:
Sprießen lasse die Erde Gesproß,
Kraut, das Samen samt,
Fruchtbaum, der nach seiner Art Frucht macht
darin sein Same ist,
auf der Erde!
Es ward so.
Die Erde trieb Gesproß,
Kraut, das nach seiner Art Samen samt,
Baum, der nach seiner Art Frucht macht
darin sein Same ist.
Gott sah, daß es gut ist.
Abend ward und Morgen ward: dritter Tag.

Gott sprach:
Leuchten seien am Gewölb des Himmels,
zwischen dem Tag und der Nacht zu scheiden,
daß sie werden zu Zeichen, so für Gezeiten so für Tage und Jahre,
und seien Leuchten am Gewölb des Himmels, über die Erde zu leuchten!
Es ward so.
Gott machte die zwei großen Leuchten,
die größre Leuchte zur Waltung des Tags
und die kleinere Leuchte zur Waltung der Nacht,
und die Sterne.
Gott gab sie ans Gewölb des Himmels,
über die Erde zu leuchten, des Tags und der Nacht zu walten,
zu scheiden zwischen dem Licht und der Finsternis.
Gott sah, daß es gut ist.
Abend ward und Morgen ward: vierter Tag.

Gott sprach:
Das Wasser wimmle, ein Wimmeln lebender Wesen,
und Vogelflug fliege über der Erde
vorüber dem Antlitz des Himmelgewölbs!
Gott schuf die großen Ungetüme
und alle lebenden regen Wesen, von denen das Wasser wimmelt,
nach ihren Arten,
und allen befittichten Vogel nach seiner Art.
Gott sah, daß es gut ist.
Gott segnete sie, sprechend:
Fruchtet und mehret euch und füllt das Wasser in den Meeren,
und der Vogel mehre sich auf Erden!
Abend ward und Morgen ward: fünfter Tag.

Gott sprach: Die Erde treibe lebendes Wesen nach seiner Art, Herdentier, Kriechgerege und das Wildlebende des Erdlandesnach seiner Art!
Es ward so.
Gott machte das Wildlebende des Erdlands nach seiner Art
und das Herdentier nach seiner Art
und alles Gerege des Ackers nach seiner Art.
Gott sah, daß es gut ist.
Gott sprach:
Machen wir den Menschen in unserem Bild nach unserem Gleichnis!
Sie sollen schalten über das Fischvolk des Meeres,
den Vogel des Himmels, das Getier, die Erde all,
und alles Gerege, das auf Erden sich regt.
Gott schuf den Menschen in seinem Bilde,
männlich, weiblich schuf er sie.

Gott segnete sie,
Gott sprach zu ihnen:
Fruchtet euch und mehret euch und füllet die Erde
und bemächtigt euch ihrer!
schaltet über das Fischvolk des Meers, den Vogel des Himmels
und alles Lebendige, das auf Erden sich regt!
Gott sprach:
Da gebe ich euch
alles samensäende Kraut, das auf dem Antlitz der Erde all ist,
und alljedem Baum, daran samensäende Baumfrucht ist,
euch sei es zum Essen,
und allem Lebendigen der Erde, allem Vogel des Himmels,
alles, was auf Erden sich regt, darin lebendes Wesen ist,
alles Grün des Krauts zum Essen.
Es ward so.
Gott sah alles, was er gemacht hatte,
und da, es war sehr gut.
Abend ward und Morgen ward: der sechste Tag.

Vollendet waren der Himmel und die Erde und all ihre Schar.
Vollendet hatte Gott am siebenten Tag seine Arbeit, die er machte,
und feierte am siebenten Tag von all seiner Arbeit, die er machte.
Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn,
denn an ihm feierte er von all seiner Arbeit, die machend Gott schuf.

Dies sind die Zeugungen des Himmels und der Erde: ihr Erschaffensein.

Genesis 1,1-2,4a

Der brennende Dornbusch

Mosche war Hirt der Schafe Jitros seines Schwähers, Priesters von Midjan.
Als er die Schafe hinter die Wüste leitete,
kam er an den Berg Gottes, den Choreb.
SEIN Bote ließ von ihm sich sehen
in der Lohe eines Feuers mitten aus dem Dornbusch.
Er sah:
da, der Dornbusch brennt im Feuer,
doch der Dornbusch bleibt unverzehrt.
Mosche sprach:
Ich will doch hintreten
und ansehn dieses große Gesicht -
warum der Dornbusch nicht verbrennt.

Als ER aber sah, daß er hintrat, um anzusehn,
rief Gott ihn mitten aus dem Dornbusch an,
er sprach:
Mosche! Mosche!
Er sprach:
Da bin ich.
Er aber sprach:
Nahe nicht herzu,
streife deine Schuhe von deinen Füßen,
denn der Ort, darauf du stehst, Boden der Heiligung ists.
Und sprach:
Ich bin der Gott deines Vaters,
der Gott Abrahams,
der Gott Jizchaks,
der Gott Jaakobs.
Mosche barg sein Antlitz,
denn er fürchtete sich, zu Gott hin zu blicken.
Er aber sprach:
Gesehn habe ich, gesehn die Bedrückung meines Volkes,
das in Ägypten ist,
ihren Schrei vor seinen Treibern habe ich gehört,
ja erkannt habe ich seine Leiden.
Nieder zog ich,
es aus der Hand der Ägypter zu retten,
es aus jenem Land hinaufzubringen
nach einem Land, gut und weit,
nach einem Land, Milch und Honig träufend,
nach dem Ort des Kanaaniters und des Chetiters,
des Amoriters und des Prisiters,
des Chiwwiters und des Jebusiters.
Nun,
da ist der Schrei der Söhne Jisraels zu mir gekommen,
und gesehn habe ich die Pein, mit der die Ägypter sie peinigen:
nun geh,
ich schicke dich zu Pharao,
führe mein Volk, die Söhne Jisraels aus Ägypten!
Mosche sprach zu Gott:
Wer bin ich,
daß ich zu Pharao gehe,
daß ich die Söhne Jirsraels aus Ägypten führe!
Er aber sprach:
Wohl, ich werde dasein bei dir,
und dies hier ist das Zeichen, das ich selber dich schickte:
hast du das Volk aus Ägypten geführt,
an diesem Berg werdet ihr Gotte dienstbar.
Mosche sprach zu Gott:
Da komme ich denn zu den Söhnen Jisraels,
ich spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter schickt mich zu euch,
sie werden zu mir sprechen: Was ists um seinen Namen? -
was spreche ich dann zu ihnen?
Gott sprach zu Mosche:
Ich werde dasein, als der ich dasein werde.
Und er sprach:
So sollst du zu den Söhnen Jisraels sprechen:
ICH BIN DA schickt mich zu euch.
So sollst du zu den Söhnen Jisraels sprechen:
ER,
der Gott eurer Väter,
der Gott Abrahams, der Gott Jizchaks, der Gott Jaakobs,
schickt mich zu euch.
Das ist mein Name in Weltzeit,
das mein Gedenken, Geschlecht für Geschlecht.

Exodus 3,1-15

Dekalog (Die Zehn Gebote)

ICH
bin dein Gott,
der ich dich führte
aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Dienstbarkeit.

Nicht sei dir
andere Gottheit
mir ins Angesicht.
Nicht mache dir Schnitzgebild, -
und alle Gestalt,
die im Himmel oben, die auf Erden unten,
die im Wasser unter der Erde ist,
neige dich ihnen nicht,
diene ihnen nicht,
denn ICH dein Gott
bin ein eifernder Gottherr,
zuordnend Fehl von Vätern ihnen an Söhnen, am dritten und vierten Glied,
denen die mich hassen,
aber Huld tuend ins tausendste
denen die mich lieben,
denen, die meine Gebote wahren.

Trage nicht
SEINEN deines Gottes Namen
auf das Wahnhafte.
denn nicht straffrei läßt ER ihn,
der seinen Namen auf das Wahnhafte trägt.

Gedenke
des Tags der Feier, ihn zu heiligen.
Ein Tagsechst diene und mache all deine Arbeit,
aber der siebente Tag
ist Feier IHM, deinem Gott:
nicht mache allerart Arbeit,
du, dein Sohn, deine Tochter,
dein Dienstknecht, deine Magd, dein Tier,
und dein Gastsasse in deinen Toren.
Denn ein Tagsechst
machte ER
den Himmel und die Erde,
das Meer und alles, was in ihnen ist,
am siebenten Tag aber ruhte er,
darum segnete er den Tag der Feier, er hat ihn geheiligt.

Ehre
deinen Vater und deine Mutter,
damit sie längern deine Tage
auf dem Ackerboden, den ER dein Gott dir gibt.

Morde nicht.

Buhle nicht.

Stiehl nicht.

Aussage nicht
gegen deinen Genossen als Lügenzeugen.

Begehre nicht
das Haus deines Genossen,
begehre nicht das Weib deines Genossen,
seinen Knecht, seine Magd, seinen Ochsen, seinen Esel,
noch allirgend, was deines Genossen ist.

Exodus 20,2-17

Die Toten werden leben

Über mir war SEINE Hand,
im Geistbraus entführte mich ER,
hieß mich nieder inmitten der Ebne,
die war voller Gebeine.
Er trieb mich ring, rings an ihnen vorbei,
da, ihrer waren sehr viele
hin über die Fläche der Ebne,
und da, sehr verdorrt waren sie.

Er aber sprach zu mir:
Menschensohn,
werden diese Gebeine leben?
Ich sprach:
Mein Herr, DU,
du selber weißt.
Er aber sprach zu mir:
Künde über diese Gebeine,
sprich zu ihnen:
Ihr verdorrten Gebeine,
höret SEINE Rede!

So hat mein Herr, ER, gesprochen zu diesen Gebeinen:
Da, Geistbraus lasse ich kommen in euch,
und ihr lebt.
Ich gebe über euch Sehnen,
ich überspanne euch mit Haut,
Geistbraus gebe ich in euch,
und ihr lebt
und erkennt,
daß ICH es bin.

Ich kündete, wie mir geboten war.
Als ich gekündet hatte, geschah ein Rauschen,
und da, ein Schüttern,
die Gebeine rückten zusammen,
Gebein zu seinem Gebein.
Ich sah,
da waren über ihnen Sehnen,
Fleisch überzog sie,
Haut überspannte sie obendrauf,
doch kein Geistbraus war in ihnen.
Er aber sprach zu mir:
Künde auf den Geistbraus zu,
künde, Menschensohn,
sprich zum Geistbraus:
So hat mein Herr, ER, gesprochen:
Von den vier Brausewinden,
Geistbraus, komm,
wehe diese Erwürgten an,
daß sie leben!
Ich kündete,
wie er mir geboten hatte.
Der Geistbraus kam in sie ein,
sie lebten.
Sie standen auf ihren Füßen,
ein sehr sehr großes Heer.
Er aber sprach zu mir:
Menschensohn,
diese Gebeine,
die sind alles Haus Jisrael.Da sprechen sie:
Verdorrt sind unsre Gebeine,
geschwunden unsere Hoffnung,
losgeschnitten sind wir!
Darum künde, sprich zu ihnen:
So hat mein Herr, ER, gesprochen:
Da, ich öffne eure Gräber,
ich ziehe euch aus euren Gräbern,
mein Volk,
ich lasse euch kommen
zu dem Boden Jisraels.
Dann werdet ihr erkennen,
daß ICH es bin.
Wann ich öffne eure Gräber,
wann ich euch ziehe aus euren Gräbern,
mein Volk,
gebe in euch meinen Geistbraus,
daß ihr lebet,
lasse euch nieder auf eurem Boden,
dann werdet ihr erkennen,
daß ICH es bin,
ders redet,
ders tut.
SEIN Erlauten ists.

Ezechiel 37,1-14

Zuhauf! kommt!

Zuhauf! kommt!
miteinander stellt euch ein,
der Stämmewelt entronnene!
Nichts haben erkannt,
die das Holz ihrer Schnitzdocke tragen,
zu einer Gottheit beten, die nicht befreit.
Meldets,
stellet jene heran
- mögen sie sich doch miteinander beraten -:
Wer hat von einsther erhorchen dies lassen,
von vormals es angemeldet?
bins nicht ICH?
kein Gott sonst ist neben mir,
Gottheit, wahrhaftig und befreiend,
außer mich keiner!
Wendet euch mir zu
und laßt euch befreien,
alle Enden der Erde,
denn ich bin Gottheit,
keiner sonst!

Jesaja 45,20-23

Bibelübersetzung © Gütersloher Verlagshaus